Archive | January 2009

Das 7 Punkte-Programm der A(E)del-Partei


“Der Meister sprach: Der Edle liebt den inneren Wert, der Gemeine liebt das Irdische; der Edle liebt das Gesetz, der Gemeine sucht die Gunst.” Konfuzius

aedelpartei

Die A(E)del-Partei: für mehr Anstand, gesundenen Menschenverstand und Menschlichkeit, und gegen die Esel-Parteien der gegenwärtigen politischen Landschaft, die Politik als Befriedigung des eigenen Egos missbrauchen.

Werbemotto: (A)Edel verpflichtet! Die Gentlemen bitten zur Kasse und zum Spaß.

Motto auf den Wappen: Virtus Iunxit Mors Non Separabit.

von Narcisse Caméléon, Ressortleiter Deppologie und engstirniger Gründer der A(E)del-Partei

Mein Programm (als Präsident auf Lebenszeit, um Putschversuche bzw. innerparteiliche Meutereien vorzubeugen) in 7 Punkten:

Pflicht-Katechismus der A(E)del-Partei ist das spöttische Gedicht von Heinrich Heine, namens Die Wahlesel.

heinrich-heine

Die Wahlesel

Die Freiheit hat man satt am End’, Und die Republik der Tiere Begehrte, dass ein einz’ger Regent Sie absolut regiere.

Jedwede Tiergattung versammelte sich, Wahlzettel wurden geschrieben; Parteisucht wütete fürchterlich, Intrigen wurden getrieben.

Das Komitee der Esel ward Von Alt-Langohren regieret; Sie hatten die Köpfe mit einer Kokard’, Die schwarz-rot-gold, verzieret.

Es gab eine kleine Pferdepartei, Doch wagte sie nicht zu stimmen; Sie hatte Angst vor dem Geschrei Der Alt-Langohren, der grimmen.

Als einer jedoch die Kandidatur Des Rosses empfahl, mit Zeter Ein Alt-Langohr in die Rede ihm fuhr, Und schrie: “Du bist ein Verräter!

Du bist ein Verräter, es fließt in dir Kein Tropfen vom Eselsblute; Du bist kein Esel, ich glaube schier, Dich warf eine welsche Stute.

Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut, Sie ist gestreift zebräisch; Auch deiner Stimme näselnder Laut Klingt ziemlich ägyptisch-hebräisch.

Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur Verstandesesel, ein kalter; Du kennst nicht die Tiefen der Eselsnatur, Dir klingt nicht ihr mystischer Psalter.

Ich aber versenkte die Seele ganz In jenes süße Gedösel; Ich bin ein Esel, in meinem Schwanz Ist jedes Haar ein Esel.

Ich bin kein Römling, ich bin kein Slaw’; Ein deutscher Esel bin ich, Gleich meinen Vätern. Sie waren so brav, So pflanzenwüchsig, so sinnig.

Sie spielten nicht mit Galanterei Frivole Lasterspiele; Sie trabten täglich, frisch-fromm-fröhlich-frei, Mit ihren Säcken zur Mühle.

Die Väter sind nicht tot! Im Grab Nur ihre Häute liegen, Die sterblichen Hüllen. Vom Himmel herab Schaun sie auf uns mit Vergnügen.

Verklärte Esel im Glorialicht! Wir wollen euch immer gleichen Und niemals von dem Pfad der Pflicht Nur einen Fingerbreit weichen.

O welche Wonne, ein Esel zu sein! Ein Enkel von solchen Langohren! Ich möcht es von allen Dächern schrein: Ich bin als ein Esel geboren.

Der große Esel, der mich erzeugt, Er war von deutschem Stamme; Mit deutscher Eselsmilch gesäugt Hat mich die Mutter, die Mamme.

Ich bin ein Esel, und will getreu, Wie meine Väter, die Alten, An der alten, lieben Eselei, Am Eseltume halten.

Und weil ich ein Esel, so rat ich euch, Den Esel zum König zu wählen; Wir stiften das große Eselreich, Wo nur die Esel befehlen.

Wir alle sind Esel! I-A! I-A! Wir sind keine Pferdeknechte. Fort mit den Rossen! Es lebe, hurra! Der König vom Eselsgeschlechte!”

So sprach der Patriot. Im Saal Die Esel Beifall rufen. Sie waren alle national, Und stampften mit den Hufen.

Sie haben des Redners Haupt geschmückt Mit einem Eichenkranze. Er dankte stumm, und hochbeglückt Wedelt’ er mit dem Schwanze.

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